Wenn Schnarchen zur "stillen" Gefahr wird.

 

Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) nennen Mediziner das Phänomen, wenn Menschen nachts einfach aufhören zu atmen – manchmal fast unmerklich für wenige Sekunden, manchmal mehr als eine Minute. Dann setzt die Atmung mit einem lauten Schnarcher wieder ein, bis zum nächsten Aussetzer. Die Betroffenen bemerken davon nichts, außer dass sie morgens schon zerschlagen aufwachen und tagsüber endlos müde sind.

 

Wieviele Menschen leidern wirklich darunter?

Zwei bis vier Prozent aller Erwachsenen leiden unter einer OSAS, die zu den Schlafstörungen gehört. Bei Männern über 40 klettert die Zahl bis auf 20 Prozent, bei Frauen nach den Wechseljahrenauf zehn bis 15 Prozent.

 

Das passiert, wenn im Schlaf der Atem stockt:

Wenn die oberen Rachenmuskeln im Schlaf erschlaffen und die Zunge zurückfällt, verengen sich die Atemwege oberhalb der Luftröhre. Der Atem streicht dann an diesem Engpass vorbei, mehr oder weniger laut vernehmlich. Dieses Schnarchen ist harmlos, selbst wenn gelegentlich die Atmung für drei, vier Sekunden stoppt. Ist die Engstelle im Rachen besonders schmal, kommt bei völliger Erschlaffung keine Luft mehr durch. Die Atmung setzt aus und nach einer Weile wieder ein. Das kann bis zu 100 Mal pro Nacht geschehen. 

Der Schlafende wacht zwar nicht richtig auf, sein Körper schlägt aber wegen des ausbleibenden Luftaustauschs Alarm und schüttet Stresshormone aus. Das treibt Blutdruck und Puls massiv in die Höhe. Die Betroffenen schwitzen. Auf Dauer baut sich so ein großes Herz-Kreislauf-Risiko auf.

 

Mögliche Ursachen

Die Schlafapnoe hat keine einzelne Ursache, aber verschiedene Risikofaktoren begünstigen die Entstehung:

 

Die Folgen der Atemaussetzer: zum Beispiel kürzere Lebenserwartung

Tagesmüdigkeit, Konzentrationsstörungen und psychische Erschöpfung sind die häufigsten Folgen des unterbrochenen Nachtschlafs.

Menschen mit Schlafapnoe haben häufig einem unwiderstehlichen Schlafdrang tagsüber, einschließlich des gefürchteten Sekundenschlafs am Steuer. Errektions- und Herzrhythmusstörungen können auf den nächtlichen Gefäß-Stress folgen. Je öfter und länger Atemaussetzer eintreten, umso stärker erhöht sich das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Insgesamt verkürzt eine unbehandelte Schlafapnoe die Lebenserwartung um rund zehn Jahre.

Ein plötzlicher Herz-Kreislauf-Kollaps kann den Apnoiker auch nachts im Schlaf ereilen. Unwahrscheinlich ist dagegen, dass er im Schlaf erstickt. Davor bewahrt ihn die Weckreaktion („arousal“) des Körpers, wenn die Luft fehlt. 

 

Diagnose: Am besten einmal Probeschlafen im Labor

Die erste Verdachtsdiagnose stellt meist der Partner, dem nachts lautes Schnarchen, „Luft anhalten“ oder nach Luft schnappen des Betroffenen kaum entgehen kann. Der nächste Schritt ist ein Termin beim HNO-Arzt. Er kann vor allem die anatomischen Besonderheiten feststellen. Ärzte mit der Zusatzqualifikation „Schlafdiagnostik“ können dem Patienten Messgeräte mit nach Hause geben, die ähnlich einer Langzeit-Blutdruckmessung oder einem Langzeit-EKG, individuelle Schlafparameter aufzeichnen: Atmung, Pulsfrequenz und Atembewegungen des Brustkorbs. Sicherheit über die Ausprägung der Apnoe und die Schlafqualität kann eine Untersuchung im Schlaflabor bringen. Der Patient verbringt dort ein bis zwei Nächte, während neben der Atmung auch Hirnströme, Herzrhythmus, Muskelspannung oder Sauerstoffsättigung des Bluts gemessen werden. Oft zeichnet auch noch eine Videokamera das allgemeine Schlafverhalten auf. Diese sogenannte Polysomnografie kann die nötigen Therapieschritte weisen. 

 

Quelle: FOCUS-Online-Autorin Petra Apfel

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

In Kontakt bleiben:

Tischlerei Ecker GmbH

Alexander Ecker

Mühlberg 21, A-4522 Sierning

 

T. +43 (0) 7259 22 35

M. office@ecker-tischlerei.at